Aus dem Poesiealbum #3

 

 

„Ich kann wirklich Deinen Namen tanzen !!“

 

…meinte Ina,

die ich im Rahmen eines „Langen Donnerstags“ kennenlernte,

der länger wurde als gedacht.

 

 

Und das kam so:

Vormittags hatte ich meine erste Gabe Nab-Paclitaxel.

Nachmittags besuchte mich eine Freundin und fragte, ob ich nicht Lust hätte,

gemeinsam mit ihr einen Vortrag anzuhören, den ein Freund von ihr im Rahmen des „Langen Donnerstag“

im Kölner Museum Ludwig halten würde.

Was die Thematik des Vortrags von Prof. Dr. Christian Haass,

– Biochemiker, Neurowissenschaftler, Alzheimer-Forscher und leidenschaftlicher Bernard-Schultze-Sammler –

zum Thema Age Art betraf, so war ich eher indifferent…

Aber ich wollte unbedingt raus !

Obwohl ich ja noch gar nicht wusste, wie lang mein Donnerstag Abend werden und wie er überhaupt aussehen würde…

Also habe ich mich ausgehfein gemacht

– oops, mal kurz die Unterhose gewechselt –

gegen das grummelnde Gedärms zwei Dünnpfiffpillen eingeworfen

und trotzig entschieden, meine Freude an der Kunst wichtiger zu nehmen.

 

 

Nachdem das Malen in hohem Alter und Kreativität als Therapie gegen Alzheimer thematisiert wurden

erzählte ich Ina, der Gattin des werten Professors, später im „Früh“-Brauhaus

von den diversen Therapien meiner ersten REHA…

dass ich viel gemalt, aber auch an anderem teilgenommen habe,

was ich sonst großräumig und naserümpfend meiden würde…

dabei nannte ich spöttisch als Beispiel „so etwas wie Musik- und Tanztherapie, bei der man seinen Namen tanzt“.

 

 

Als ehemalige Waldorfschülerin, die auch an der viel belächelten Eurythmie teilgenommen hatte,

fragte mich Ina daraufhin trocken:

 

„Wenn Du magst, tanze ich Deinen Namen…“

 

*Download links unten anklicken

 

 

D A N K E    I N A

 

 

 

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