Schreib-Blogade

 

Für 2018 hatte ich mir vorgenommen, mir nichts vorzunehmen. Weder zuckerfrei zu essen, noch wieder mehr zu sporteln und trotz allem auch mal die eine oder andere zu rauchen. Vor allem wollte ich mich nicht mehr unter Druck setzen lassen.

Was ich dabei allerdings völlig außer Acht gelassen hatte war die Tatsache, dass ich MICH ja mit ins neue Jahr nehme. Am allermeisten setze ich mich nämlich selbst unter Druck! Und ich hatte mir (viel früher schon und viel fester) vorgenommen mal eines meiner vielen Hirngespinste zu realisieren:

ein Blog (nicht „der“ Blog, sondern „das“ Blog)!

Und DAS! hat mir gehörigen Stress bereitet. Ja, selbst gewählt und selbst gemacht – ist schon klar.

Bereits “zwischen den Tagen” (eigentlich an! den Tagen als meine Große mit ihrem Onkel und seiner mexikanischen Frau in Queretaro war, um dort Weihnachten zu feiern und nebenbei vielleicht ihr Spanisch zu verbessern und meine Kleine bei Papa) und noch vor meiner ambulanten REHA (aufgrund eines kleinen Schlaganfalls Mitte Dezember 2017) – hatte ich eine ganze Menge geschrieben… irgendwo in der Mitte angefangen und dann versucht in dem Urknäuel an Ideen und Gedanken einen roten Faden zu verfolgen… Tja – da saß ich also mit einer ansehnlichen Anzahl an (zumindest angefangenen) Texten – und wollte unbedingt sehen, wie die sich live und mit allen Funktionalitäten verhalten – natürlich sofort!!

Sch…. auf den Vorsatz Dinge langsamer und entspannter anzugehen…

Entschleunigt wurde mein Vorhaben tatsächlich – nur entspannter ? *lol ! Ich hatte ja keinen blassen Schimmer, wie man so ein Blog startet… Zunächst galt es ein CMS (Content Management System) herauszusuchen, das mir nicht nur optisch gefiel, sondern auch die Strukturen und Funktionen aufwies, die ich brauchen würde (was ich zu diesem Zeitpunkt ja auch alles noch nicht wusste)… und dann einen Programmierer zu finden, der die Geduld haben würde, mich „Digital Immigrant“ (im Gegensatz zu den Social-Media-affinen „Digital Natives“) auf meinem dann schließlich doch unerwartet langen und keineswegs geraden Weg zu begleiten…

Den schier endlosen Mittelteil erspare ich Euch an dieser Stelle. Es sei nur soviel gesagt, dass sich ein weiterer ganz hübscher Vorsatz auch nicht einhalten ließ – nämlich: Mach’s mal anders.

Ganz anders und ganz und gar nicht “ich” wäre es nämlich gewesen, mal Fünf gerade sein zu lassen. Es wäre ja absolut nichts Schlimmes passiert, wenn ich erstmal “einfach nur” gestartet wäre (nachgebessert werden muss sowieso immer mal wieder – weiß ich jetzt)… – ohne Druck, und auch ohne die Gefahr, dass mich mein eigener Perfektionismus doch noch ausbremst. Fast wäre es auch dazu gekommen – nicht zum „einfach mal loslegen“, sondern zur frustrierten Kapitulation.

Tja, mit den Vorsätzen ist das so eine Sache: Sie werden uns in REHAs vorgebetet, von Familie und Freunden empfohlen und selbst ganz fest vorgenommen… Gute Vorsätze sind aber leichter gefasst als tatsächlich umgesetzt. Und wenn man sie über Bord wirft, schwimmen sie ja doch immer noch irgendwo herum und schreien nach Beachtung.

Spätestens dann sollte man sich doch nochmal überlegen, welche „wirklich guten“ Vorsätze man nicht besser wieder mit ins Boot holt, weil sie beim Segel setzen und navigieren durch stürmische Gewässer hilfreich sein könnten.

In diesem Sinne: wenn Du das hier liest ist mein Blog „on air“ und ich habe zumindest einen meiner ach so vielen Vorsätze umgesetzt: durchhalten, dranbleiben, auch wenn’s unsexy und mühsam wird.

 

 

Also dann – ich freue mich, dass Du mannometas entdeckt hast und mache mich auf den Weg hoffentlich relevante, interessante und vielleicht auch unterhaltsame Beiträge einzustellen.

Yvonne