Wunderwelt

 

Wunder gibt es immer wieder? Ganz ehrlich? Ich glaube nicht an Wunder. Ich glaube auch nicht an den Osterhasen, nicht an Engel und laufe nicht bei Vollmond dreimal um die alte Eiche. Ich halte sogenannte Wundermittel für reißerischen geschäftemachenden Humbug – und ich blase auch nicht ins gleiche Horn wie zahlreiche Verschwörungstheoretiker. Also bitte keine Pseudoaufreger, künstlichen Feindbilder (immer wieder gern genommen: die Pharmaindustrie) oder Geschichten von einem, der einen kannte, der durch ein Wunder geheilt wurde.

 

Wenn es wirklich etwas gäbe, das Krebs heilen könnte, würde das nicht als Geheimtipp gehandelt, sondern ganz schnell der ganzen Welt bekannt (gemacht) werden. Und selbst wenn das Mittel in Herstellung und Anwendung günstiger als alle anderen Therapien wäre, gäbe es genügend Wege dennoch Profit zu machen.

 

Genmutationen sind ein Wunder der Natur.

Sie sind absolut natürlich und evolutionär betrachtet notwendig. Ein Genfehler, der sich als erfolgreich erwiesen hat, wird sogar weiter beibehalten. Die Menschheit ist durch Genmutationen entstanden…

So ist Charles Darwins Evolutionstheorie von 1838 noch heute Grundlage vieler Forschungen, um Schlüsselmutationen für Krebserkrankungen zu identifizieren. Denn obwohl die meisten Mutationen im Erbgut zum Untergang der betreffenden Zellen führen, sind Krebszellen evolutionär gesehen durchaus erfolgreich.

 

Alles beginnt mit Veränderungen im Erbgut  einer einzelnen Zelle.

 

Ein erwachsener Organismus besteht aus rund 100 Billionen Zellen. Pro Sekunde gehen davon 50 Millionen zu Grunde – und werden größtenteils wieder neu gebildet. Unfälle stehen auf der Tagesordnung, trotzdem ist erstaunlich, wie selten Krebs entsteht. Denn der Körper gibt sein Bestes: mit biologischen Vorgängen, die beschädigte Zellen reparieren oder in den kontrollierten Zelltod, die Apoptose, treiben. Reißen aber alle Stricke und treten auch noch Mutationen in Bereichen auf, die der Wachstumskontrolle dienen, beginnt die betroffene Zelle, sich ungebremst zu vermehren.

 

Das Erbgut von Krebszellen vermehrt sich, gemessen an Evolutionsvorgängen, ärgerlicherweise mit Lichtgeschwindigkeit.

 

Bei Tumoren lassen sich 10.000 bis 100.000 genetische Veränderungen im Vergleich zu normalen Zellen nachweisen, von denen allerdings lediglich etwa zehn für das Wachstum und das Überleben entscheidend sind. Solche Bereiche, die für die Krebsentstehung relevant sind, bezeichnen Wissenschaftler als Onko-Gene (entstanden durch Mutation aus Proto-Onkogenen).

 

Die Genomforschung gewährt zwar immer tiefere Einblicke in molekulare Massaker(., diese machen sich therapeutisch aber nur langsam bemerkbar – bisher ließen sich rund 230 Onko-Gene nachweisen. Selbst wenn einige Unternehmen heute für sich in Anspruch nehmen, dass sie das gesamte Genom in Null-Komma-Nix auslesen können, so stellt sich die Frage, welche Mutation den Krebs auslöst und dann was überhaupt an Medikamenten zur Verfügung steht, ausgerechnet diese Mutation auszumerzen.

 

Trotzdem oder gerade deswegen ist die „personalisierte“ Analyse des Tumorzell-Genoms seit einigen Jahren „en vogue“. Für einige Genveränderungen gibt es auch bereits Medikamente, die bei Krebspatienten mit der gleichen Veränderung nachgewiesenermaßen wirksam sind. Doch zurzeit werden noch viel häufiger Veränderungen gefunden, gegen die es bisher keine spezifische Therapie gibt. Daher ist eine auf einer Tumor-Genom-Sequenzierung basierende Behandlung bisher auch kein Standard.

 

Genfehler kann man nicht korrigieren, man kann sie lediglich in ihrer Gewalt ein wenig einschränken.

 

Wenn wir darwinistische Prozesse, durch die sich Krebszellen im Körper entwickeln, besser verstehen, könnten wir allerdings in der Lage sein, anstatt entartete Zellen abzutöten, diese wieder in den natürlichen Prozess der Wachstumskontrolle zu bringen – Tumoren würden mit ihren eigenen Waffen geschlagen und die Evolution rückgängig gemacht.

Noch ist es aber nicht soweit.

 

James Watson, jener Pionier, der zusammen mit Kollegen im Jahr 1953 die Doppelhelix-Struktur der DNA nachweisen konnte sagt: „Wir haben immense Fortschritte zu verzeichnen, aber kein Krebsforscher macht vor Freude Luftsprünge, weil wir in der Vergangenheit einfach zu optimistisch waren.“

 

Ich bin Realist. Trotz aller Bemühungen der Pharmakonzerne wird bei den meisten Krebsarten auf mittelalterliche Methoden gesetzt: Schneiden (Operationen), Veröden (Strahlentherapien) und Vergiften (unspezifische Chemotherapien). Natürlich wurden diese Methoden bis heute immer weiter verfeinert. Weniger invasiv. Zielgerichteter und genauer dosiert. Sowie möglichst nebenwirkungsarm.

 

Quelle:
http://news.doccheck.com/de/579/neue-krebstherapien-darwin-macht-dampf/

 

 

„Informiert sein“ gibt mir persönlich Sicherheit, macht mich entscheidungs- und handlungsfähig.
Und auch wenn ich kein Medizinstudium absolviert habe und einige Websites sicherlich umfassender sowie fachlich genauer sind…
so habe ich immerhin seit 2012 Krebs und inzwischen einiges an Wissen und Erfahrungen angesammelt.
Darunter gibt es Dinge, von denen ich überzeugt bin, dass jede Betroffene sie wissen oder zumindest ein stückweit begreifen sollte.
Zudem entdecke ich immer wieder medizinische Themen, die für mich persönlich von besonderem Interesse sind (oder mich einfach nur faszinieren) –
das alles teile ich gerne hier in der „Wunderwelt“.

 

 

Wissenwertes und Interessantes:

 

 

A


 

Adjuvante Therapie  

 

Angiogenese

 

Antigene

 

Apoptose

 

Antihormon-Therapie

 

Antikörper

 

 

B


 

Biologicals

 

 

C


 

CD-Antigene

 

Chemotherapie

 

Cyber-Knife

 

 

D


 

Dioden-Laserchirurgie

 

 

E


 

EGFR

 

 

G


 

Gamma-Knife

 

Genom-Sequenzierung

 

Gesamtüberleben

 

 

H


 

Her2-neu

 

Hormontherapie

 

Hyperthermie

 

 

K


 

Konsolidierende Therapie

 

Kurative Therapie

 

 

L


 

Letalität

 

LITT

 

 

M


 

Metastasen 

 

Morbidität

 

 

N


 

Neoadjuvante Therapie

 

 

P


 

Palliative Therapie

 

Palliative Care (BSC)

 

PARP

 

Progression

 

Psychoonkologie

 

 

T


 

TACE

 

Targeted Therapies

 

 

V


 

Vaskulogenese

 

 VEGF

 

 

 R


 

RFA

 

Rezidiv

 

 

 S


 

SIRT

 

Supportive Therapie

 

 

T


 

TACE

 

TACP

 

 Tyrosinkinase

 

 

 Z


 

Zelltod