Metastasen

 

 

Der Krankheitsverlauf bei Brustkrebs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem die Art des Mammakarzinoms und das Stadium des Tumors bei seiner Entdeckung spielen eine Rolle. Auch weitere Faktoren haben einen Einfluss. So kommt es etwa bei Patientinnen unter 35 Jahren häufiger zu Rückfällen, und die Prognose ist bei ihnen generell ungünstiger als in höheren Altersgruppen.

 

Bei etwa jeder vierten Brustkrebs-Patientin bildet der Tumor im Verlauf der Erkrankung Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen. Bei etwa drei von 100 hat der Tumor bereits bei der Entdeckung der Erkrankung Metastasen gestreut. Das Risiko, dass der Brustkrebs Metastasen bildet, hängt von mehreren Faktoren ab. Vor allem das Krankheitsstadium zum Zeitpunkt der ersten Behandlung und die biologischen Eigenschaften des Tumors spielen eine Rolle.

 

Metastasen entstehen, wenn sich vom Haupttumor in der Brust Krebszellen ablösen und mit dem Blut- oder Lymphstrom in andere Organe geschwemmt werden, wo sie sich festsetzen und neue Geschwülste bilden. Am häufigsten siedeln sich Brustkrebs-Metastasen in Knochen, Leber und Lunge ab, aber auch in anderen Körperregionen wie dem Gehirn.

 

Knochenmetastasen

Wenn der Brustkrebs Knochenmetastasen bildet, dann bevorzugt in Wirbelsäule, Oberschenkelknochen, Becken, Rippen, Brustbein, Schädeldach und Oberarmknochen. Schmerzen und Knochenbrüche, die sich nicht mit einem Unfall erklären lassen, weisen auf solche Brustkrebs-Metastasen im Skelett hin. Nachweisen lassen sie sich mittels Röntgenuntersuchung, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT). Besonders wichtig ist die Skelettszintigrafie (Knochenszintigrafie): Mit dieser nuklearmedizinischen Untersuchung lässt sich die Ausbreitung der Metastasierung gut beurteilen.

 

Lebermetastasen

Brustkrebs-Metastasen in der Leber bereiten den Betroffenen oft lange Zeit keine Beschwerden. Manchmal machen sie mit unspezifischen Symptomen auf sich aufmerksam wie Völlegefühl und anderen Verdauungsproblemen, Appetitmangel und Gewichtsabnahme. Bei Verdacht auf Lebermetastasen wird der Arzt zuerst eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauchraums durchführen. Ist der Befund unklar, hilft eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) weiter.

 

Lungenmetastasen

Wenn Husten und Atemnot unerklärlicher Ursache auftreten, kann es sein, dass der Brustkrebs Metastasen in der Lunge abgesiedelt hat. Zur Klärung des Verdachts wird der Brustkorb in zwei Ebenen (Richtungen) geröntgt. Sollte eine operative Entfernung der Lungenmetastase infrage kommen, wird vor dem Eingriff noch eine spezielle Form von Computertomografie durchgeführt (Dünnschicht-Spiral-CT).

 

Hirnmetastasen

Manchmal metastasiert der Brustkrebs ins Gehirn. Je nachdem, in welcher Hirnregion sich die Tochtergeschwulst bildet, resultieren unterschiedlichste Symptome, beispielsweise Kopfschmerzen, Wahrnehmungsstörungen, Bewusstseins- oder Sprechstörungen oder auch Krämpfe. Nachweisen lassen sich Brustkrebs-Metastasen im Gehirn mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie.

 

Zur genaueren Abklärung und Therapieplanung bei Brustkrebs-Metastasen sind noch weitere Untersuchungen notwendig. Blutanalysen etwa können Hinweise auf auffällige Tumormarker und andere krankheitsbedingte Veränderungen geben. Nach Möglichkeit wird auch eine Gewebeprobe der Metastasen entnommen und im Labor genauer analysiert.

 

Manchmal haben Metastasen andere biologische Eigenschaften als der Ursprungstumor in der Brust, was wichtig für die Therapieplanung ist. So kann es sein, dass der Brusttumor hormonabhängig wächst, die Metastasen aber nicht oder umgekehrt.

 

Die Therapie von Brustkrebs-Metastasen

…wird individuell geplant und immer wieder überprüft und gegebenenfalls angepasst. In erster Linie werden die Betroffenen systemisch behandelt – also mit Medikamenten, die im ganzen Körper wirken und gegen verstreute Krebszellen vorgehen. Infrage kommen Antihormontherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente (wie Antikörper) und andere Arzneimittel. Bei Knochenmetastasen werden etwa Bisphosphonate gegeben – Wirkstoffe, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen, die Knochenschmerzen lindern und den Knochen wieder stabiler machen.

Im individuellen Fall kann eine solche systemische Therapie durch eine lokale oder regionale Behandlung der Brustkrebs-Metastasen ergänzt werden. Zum Beispiel können manche Metastasen operativ entfernt oder bestrahlt werden.

Brustkrebs-Metastasen können große Schmerzen bereiten. Dagegen helfen schmerzlindernde Medikamente und oft auch nicht-medikamentöse Verfahren oder ergänzenden homöopathische Mittel sowie Entspannungsmethoden wie Meditation und Autogenes Training.

 

Aussichten

Metastasierter Brustkrebs lässt sich nur selten vollständig heilen oder dauerhaft zum Stillstand bringen. Ziel ist es, die Metastasen möglichst lang in Schach zu halten und tumorbedingte Beschwerden zu lindern. Statistische Erfahrungswerte sagen aber nichts über den Einzelfall aus. Auch wenn der Brustkrebs Metastasen gebildet hat, und sich bei den einen der Zustand trotz Therapie rasch verschlechtert, so überleben andere Frauen noch Jahrzehnte.

 

 

Quellen:
https://www.netdoktor.de/krankheiten/brustkrebs/metastasen/
Ohne Gewähr von Richtigkeit und Vollständigkeit