Palliative Therapie

 

 

Gegenüber der kurativen Therapie (Ziel: Heilung) wird die Situation unterschieden, in der wenig wahrscheinlich ist, dass durch aktive gegen den Tumor gerichtete Maßnahmen (OP, Bestrahlung, Chemotherapie, Hormontherapie, Antikörper …) eine Heilung erreicht werden kann. Die palliativ intendierte Therapie ist eine gegen die bösartigen Zellen und Gewebe gerichtete aktive Behandlung mit dem Ziel der Verbesserung der Situation, selbst wenn eine Heilung nicht erwartet wird.

 

Es geht um Ziele wie Linderung von Beschwerden, Verlängerung der Lebenszeit, Erhalt oder Verbesserung der Lebensqualität, Hinauszögern von Siechtum.

 

Im ersten Moment meint man häufig, es sei klar, dass alle Kraft darauf verwendet werden solle, möglichst lange zu leben. Bald aber merkt man, dass ein Abwägungsprozess gefragt ist. Erfolge gegen die Erkrankung können erzielt werden, aber sie müssen möglicherweise mit Nachteilen erkauft werden: beispielsweise könnten Nebenwirkungen von Chemotherapie der Preis für eine Verlängerung des Lebens sein. Hier müssen Arzt und Patient in jedem Einzelfall abwägen, ob Nachteile durch die Therapie akzeptiert werden sollen bzw. müssen.

 

Im Prinzip dreht es sich meist um die Frage: Sind Nebenwirkungen wahrscheinlich und stehen sie in einem individuell akzeptablen Verhältnis zum statistisch zu erwartenden Gewinn an Lebenszeit und Lebensqualität? Oder: ist denn sicher genug, dass die Behandlung nicht schlimmer als die Krankheit ist?

 

Es liegt auf der Hand, dass Betroffene in unterschiedlichen Lebenssituationen jeweils unterschiedliche Bewertungen haben. Nicht selten kämpfen jüngere Krebspatienten stärker um Lebenszeitgewinne und ältere stellen Erhalt von Wohlbefinden über Zeitgewinn.

 

Wichtig zu verstehen !

Der Begriff „palliative Therapie“ bedeutet nicht, dass der Patient aufgegeben wird. Selbst wenn keine Heilung erreicht werden kann, heißt dies nicht, dass sich die Behandlung nicht lohnt. Eine palliativ intendierte onkologische Behandlung bedeutet auch nicht, dass der Onkologe denkt, der Patient würde bald sterben. Es ist durchaus möglich, dass der Onkologe – trotz des „nur“ palliativen Herangehens – davon ausgeht, dass der Patient mit dem Krebs leben kann und eines Tages nicht an ihm, sondern mit ihm sterben wird.

 

 

Quellen:
https://www.onkologie-partner.de/informationen/behandlungsziele
Ohne Gewähr von Richtigkeit und Vollständigkeit